Manitoba

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Das Land

Manitoba ist eine der drei kanadischen Prärieprovinzen. Sie liegt im Zentrum Kanadas und grenzt an Ontario, Saskatchewan, die Nordwest-Territorien,
die Hudson Bay und die USA.

Manitobas Landschaft (Fläche: 650.000 km²) bietet wenig Extreme. Vom Westen der Hudson Bay steigt das Land von Meereshöhe allmählich zum Süden
und Westen hin auf bis zu 150 bzw. 300 Meter an. Nur der Turtle Mountain, der Riding Mountain, der Duck Mountain und der Baldy Mountain bringen es
auf eine Höhe von 700 Metern und mehr. Manitobas höchste Erhebung ist der Baldy Mountain (831 m) im Provinzpark von Duck Mountain.

Man kennt Manitoba als das Land der 100 000 Seen. Sie sind Überreste des gewaltigen Agassiz-Sees, der nach dem Rückzug der Gletscher einen großen
Teil der Provinz bedeckte. Die größten Flüsse Westkanadas fließen in das Tiefland von Manitoba. Auf diese Weise verfügt die Provinz über 90 Prozent der
von Wasserkraftwerken erzeugten Elektrizität der Prärieregion. Den Norden Manitobas prägen Gletscher sowie Kiefern- , Tannen- und Birkenwälder.

Manitoba ist eine der sonnenreichsten Provinzen Kanadas. Sein Klima ist kontinental und weist große Temperaturunterschiede auf. So liegt in Winnipeg
die Durchschnittstemperatur - typisch für Südmanitoba, bei - 20° C im Januar und im Juli bei rund 19° C. In den gleichen Monaten betragen die
Durchschnittstemperaturen in Thompson, in der Mitte Nordmanitobas, -27°C bzw. 15° C.


Die Geschichte

Der Name der Provinz leitet sich von dem Cree-Wort "Manitou bou" ("Der Engpaß des Großen Geistes") her und bezieht sich auf den Manitoba-See, der in
der Mitte nur knapp einen Kilometer breit ist. Wenn an seinem Nordufer die Wellen gegen lose Felsen schlagen, bringen sie diese zum Klingen. Für die
ersten Ureinwohner, die hier lebten, waren diese Geräusche die Klänge der Trommel des Geistes Manitou.

Die ersten Bewohner Manitobas waren die Assiniboine-Indianer. Später kamen andere Stämme hinzu, auch die Cree, die den wandernden Bison- und
Karibu-Herden folgten.
Auf der Suche nach den Reichtümern des Orients und nach der Nordwest-Passage gelangten die Europäer durch die Hudson Bay nach Manitoba. Im
Gegensatz zu den meisten anderen Regionen Kanadas wurde hier zuerst der Norden besiedelt und dann erst der Süden. Im Jahre 1612 ließ Kapitän
Thomas Button zwei Schiffe an der Mündung des Nelson River, an der Hudson Bay, überwintern. Zwischen 1733 und 1738 erkundete eine Gruppe unter
Führung von La Vérendrye den Red River und den Winnipeg River und richtete eine Reihe von Außenposten ein.

Das Interesse der ersten Europäer an Manitoba konzentrierte sich auf den Pelzhandel. 1670 wurde die Hudson's Bay Company gegründet.
König Charles II schenkte ihr mit Rupert's Land ein großes Gebiet. Die Gesellschaft richtete Pelzhandelsposten ein, um den Reichtum des Landes
ausbeuten zu können. Im 18. Jahrhundert stritten die in Montréal ansässige North West Company und die Hudson's Bay Company mit aller Macht um
die Vorherrschaft im Pelzhandel.

Die erste landwirtschaftliche Besiedlung durch Europäer entstand 1812 in der Region am Zusammenfluß von Red River und Assiniboine River. Lord Selkirk,
ein schottischer Adliger, hatte eine Anzahl von Landsleuten aus dem schottischen Hochland hierher geschickt. Sie sollten rund 300 000 km² Land
besiedeln, das er vor der Hudson's Bay Company in Sicherheit gebracht hatte, und nannte dieses Land Assiniboia. Selkirks Kolonie litt unter Überflutungen
und anderen Unbillen einer Umwelt, die ihren Bewohnern nicht vertraut war. Rivalitäten um den Pelzhandel kamen hinzu. Dennoch gelang es der Siedlung,
zu überleben.

1836 übergab die Familie Selkirk Assiniboia an die Hudon's Bay Company. Später, in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts, als die kanadischen
Provinzen großes Interesse an einer Expandierung in den weiten Nordwesten zeigten, machten sie der Hudson's Bay Company das Angebot, das Land
zu kaufen. Es folgten Verhandlungen zwischen der Hudson's Bay Company und Kanada über den Transfer der Regierungsgewalt, bei denen allerdings
die Wünsche der Bewohner kaum berücksichtigt wurden.

Dieser Mangel an Konsultationen während der sich hinziehenden Verhandlungen und die Bewegungen amerikanischer und kanadischer Siedler ließen die
Métis (Abkömmlinge von Indianern und Europäern) um die Erhaltung ihrer Landrechte und ihrer Kultur fürchten. Unter Führung von Louis Riel widersetzten
sie sich in der sogenannten Rebellion von Red River den kanadischen Vorschlägen. Es gelang Louis Riel im Dezember 1869, eine von den Ortsansässigen
gewählte provisorische Regierung zu etablieren. Deren Delegierte verhandelten mit der neuen Regierung von Kanada und machten Manitoba am
15. Juli 1870 zu einer Provinz des Dominion of Canada.

Die neue "Briefmarkenprovinz" (so genannt wegen ihrer Form und ihrer Größe) bestand aus 36.000 km² Land rund um das Tal des Red River. Doch die
Provinz blieb so klein nicht. In den Jahren 1881 und 1912 konnte sie ihre Grenzen weiter ausdehnen.

Dank seiner zentralen Lage als Tor zu Westkanada erlebte Manitoba in den nächsten 50 Jahren einen raschen Bevölkerungszuwachs. Die Eisenbahn
brachte Tausende von Siedlern aus Ostkanada und aus aller Herren Länder nach Manitoba. Hier fanden sie eine neue Heimat.


Die Bevölkerung

Lange Zeit waren die Vorfahren der Provinzbevölkerung überwiegend Briten. Doch dann veränderten sich Migration und Einwanderung. Heute weist die
Bevölkerung eine ethnische Vielfalt auf. Manitoba ist die Heimat von Dutzenden von Einwanderergruppen aus aller Welt, die sowohl die Wirtschaft als
auch die Kultur und die Gesellschaft der Provinz bereichert haben. Besonders stark ist die frankophone Gemeinde.

Manitoba ist zwar, gemessen an seiner Bevölkerungszahl (1 138 934), eine der kleineren Provinzen. Dennoch ist es ein wichtiges Zentrum für eine Reihe
ethnischer Gruppierungen. So ist Manitoba eines der größten Zentren ukrainischer Kultur außerhalb der Ukraine. Die in Manitoba lebende mennonitische
Bevölkerung ist zahlenmäßig eine der größten weltweit. Von Indianern oder Métis stammen mehr als 115 000 Bewohner Manitobas ab. 60 Prozent der
Provinzbevölkerung leben im Einzugsbereich der Provinzhauptstadt Winnipeg. Brandon im Südwesten Manitobas ist mit 39 000 Einwohnern die
zweitgrößte Stadt der Provinz.


Die Wirtschaft

Die Landwirtschaft bildete anfangs die wirtschaftliche Grundlage der Provinz. Später kamen die verarbeitende Industrie und das Verkehrswesen als
bedeutende Wirtschaftssektoren hinzu. Heute verfügt Manitoba über eine sehr diversifizierte Wirtschaft. Wichtigster Bereich ist der Dienstleistungssektor.
Ihre zentrale Lage macht die Provinz zu einem besonders attraktiven Standort für die verschiedensten Dienstleistungen, sei es für das Transportwesen oder
den Großhandel.

Die verarbeitende Industrie ist der größte Güterproduzent der Provinz. Lange Zeit waren die Verarbeitung von Nahrungsmitteln und der Transportbereich die
führenden Sektoren. Andere bedeutende Industriezweige sind die Metallverarbeitung, die Produktion von Elektrogeräten, von Bekleidung und Textilien sowie
die Druckindustrie und das Verlagswesen.

In ländlichen Regionen spielt die Landwirtschaft die wichtigste Rolle. Sie sorgt aber auch in den Städten für Tausende von Arbeitsplätzen. Die
wirtschaftliche Ausgewogenheit Manitobas zeigt sich auch in der Landwirtschaft, in der Getreide- und Viehwirtschaft gleichermaßen bedeutend sind.
Weizen macht ein Drittel der Getreideernte aus. Gerste und Raps kommen hinzu. Zudem ist Manitoba aber auch Kanadas größter Erzeuger von
Leinsamen, Sonnenblumenkernen, Buchweizen und Erbsen.

Auch der Bergbau spielt für die Wirtschaft Manitobas eine bedeutende Rolle. Wertmäßig macht die Erzförderung drei Viertel dieses Bereichs aus. In
der Nickelförderung ist Manitoba weltweit einer der größten Produzenten. Hinzu kommen Kupfer und Zink. Manitoba produziert auch Erdöl und
Mineralien.

Den Touristen hat Manitoba Campingplätze und Parks, Seen, Flüsse und historische Stätten zu bieten. Hinzu kommen Dutzende von örtlichen, oft
international bekannten Festivals.


© Marko Broekmann 2005



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