New Brunswick

Willkommen in New Brunswick





New Brunswick


New Brunswick


Das Land

Die Provinz New Brunswick ist eine der vier Atlantikprovinzen in Ostkanada. New Brunswick grenzt an Nova Scotia, Québec und an den
US-amerikanischen Bundesstaat Maine. Die Provinz hat die Form eines Rechtecks und mißt von Süden nach Norden 322 km, und von Ost nach
West 242 km.

Die Fläche der Provinz (73 500 km²) ist zu 85 Prozent bewaldet. Im Norden ist New Brunswick recht gebirgig. Der höchste Berg ist der Mount Carleton
(820 m). Das Landesinnere ist überwiegend eben, im Osten flacher, im Südosten eher hügelig.Die größten Flüsse sind Miramichi, Nepisguit, Restigouche
und St. John. Von den Indianern "oa-lus-tuk" ("Schöner Fluß") genannt, bewässert der St. John auf einer Länge von 725 km das fruchtbare Land im
Westteil der Provinz. Flußabwärts, in der Region von Madawaska, bildet er die natürliche Grenze zwischen Maine und Kanada.

Zweimal täglich strömen mit dem Einlaufen der Flut 100 Milliarden Tonnen Wasser an einer felsigen Landzunge vorbei in die Bay of Fundy. Die dabei
entstehende Strömung entspricht faktisch derjenigen, die alle Flüsse der Welt zusammengenommen im Laufe von 24 Stunden aufweisen. Am Ostende
der Bay of Fundy steigt die Flut fast 15 Meter hoch und erreicht damit einen weltweiten Höchststand. Sie könnte ein vierstöckiges Gebäude überschwemmen.



Die Wirtschaft

Etwa 30 Prozent des Bruttosozialprodukts werden exportiert, davon gehen 70% in die Neuenglandstaaten der USA und die restlichen 30% nach
Atlantikkanada und nach Quebec und Ontario.

Mit der Globalisierung der Märkte und der Kostenexplosion in den Wirtschaftszentren haben internationale Standortberater wie zum Beispiel KPMG und
Boyd auf der Suche nach kostengünstigen Produktionsstandorten die Vorzüge von Randgebieten wie New Brunswick entdeckt. In einer Untersuchung von
23 Städten in Nordamerika kam KPMG 1996 zu dem Ergebnis, daß Kanadas standortabhängige Kosten im allgemeinen ca. 15,7% unter den Kosten der
USA liegen und daß die Stadt Moncton in New Brunswick in diesem Vergleich einer der kostengünstigsten Produktionsstandorte darstellt.

Mit den Kostenvorteilen, die insbesondere durch ein niedriges Lohnniveau mit Lohnnebenkosten von ca. 16%, die extrem günstigen Boden- und Gebäudepreise
und die geringen Energiekosten entstehen, hat die New Brunswicker Wirtschaftsförderung in den letzten zehn Jahren gute Erfolge in der Industrieansiedlung
erzielt. Die in Übersicht 2 aufgeführten Unternehmen aus USA, Europa und Asien haben sich in New Brunswick angesiedelt und beliefern von dort den
NAFTA-Raum, der Kanada, die USA und Mexiko einschließt und innerhalb der nächsten 15 Jahre zu einem zollfreien Markt mit über 360 Millionen
Konsumenten und einer Kaufkraft von ca. US $ 6,7 Trillionen in Waren und Dienstleistungen zusammenschmilzt.

Die Bedeutung von Transport- und Distributionskosten wird oftmals bei Standortentscheidungen überbewertet und als Argument gegen Standorte in
wirtschaftlichen Randlagen verwendet. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, daß Transport- und Distributionskosten noch nicht einmal
2% der gesamten Produktionskosten ausmachen, während die standortabhängigen Kosten (Lohnkosten, Boden- u.Gebäudepreise, Energiekosten)
ca. 45% der gesamten Kosten darstellen. Diese Aussage wurde auch im Rahmen der Kostenvergleiche, die die New Brunswicker Wirtschaftsförderung für
jedes ansiedlungsinteressierte Unternehmen kostenlos erstellt, bestätigt.Diversifizierung der Wirtschaft.

Seit Anfang der neunziger Jahre betreibt die Provinz ein Programm zur Diversifzierung der Wirtschaft, d.h. es werden bestimmte Industriesektoren wie
Dienstleistungen im Telekommunikationsbereich ( call centres, help desks), Informationstechnologie ( künstliche Intelligenz, geographische
Informationssysteme etc.), Nischenmärkte im traditionellen Produktionsbereich (Herstellung von private label Lebensmitteln, hochwertigen Textilien und
Spezialmaschinen), Aquakultur und die Weiterentwicklung der Tourismusinfrastruktur in New Brunswick gezielt gefördert. Damit hat New Brunswick seine
stark resourcenabhängige Wirtschaft erfolgreich belebt und weiterentwickelt. Heute beschäftigt der Dienstleistungssektor in New Brunswick ca. 70%
der gesamten Arbeitskräfte in der Provinz und stellt mit 38%? einen beachtlichen, ständig wachsenden Wirtschaftssektor dar.

Im Bereich Telekommunikation beherbergt New Brunswick 34 weltweit bekannte Firmen aus dem In- und Ausland wie z.B. IBM, Xerox, Air Canada, Howard
Johnsons, Royal Bank of Canada, UPS, Pepsi Cola, Unisys und Dun & Bradstreet, die call centres und/ oder help desk Zentralen in der Provinz eingerichtet
haben.

Das lokale Telekommunikationsversorgungsunternehmen NB Tel ( New Brunswick Telephone Company), gehört zu den technologisch führenden Unternehmen
in Nordamerika. Mit NB Tel´s Technologie und New Brunswick´s überschaubarer geographischer Größe können innovative telekommunikationsbezogene
Dienste und Technologien unter idealsten Bedingungen getestet werden; mit anderen Worten stellt New Brunswick ein lebendes Labor für die Call Center
Entwicklung dar.

Im Bereich Multimediaanwendungen hat sich New Brunswick auf den Nischenmarkt für kommerzielle Lerntechnologie, d.h. die Entwicklung von betriebsinternen
Trainings-/ Weiter-bildungsprogrammen konzentriert. Aufgrund einer gemeinsamen Initiative von Softwareent-wicklern, Universitäten und der Regierung von
New Brunswick verfügt die Provinz über einen der höchsten Technologiestandards im Bereich Lerntechnologie. So verwenden z.B. multinationale Unternehmen
wie British Aerospace und Westland Helicopters in New Brunswick entwickelte Lerntechnologie.

Der traditionelle Produktionsbereich ist immernoch der Industriesektor mit dem größten Engagement ausländischer Investoren in New Brunswick. Die
günstigen Produktionskosten verbunden mit dem für ganz Kanada bekannten hohen Lebensstandard, haben so manches Unternehmen aus Europa zur
Produktionsverlagerung bewogen. Die vorhandene wirtschaftliche Infrastruktur zieht insbesondere Klein- und mittelständische Betriebe an. Die
Provinzregierung betreibt seit zehn Jahren ein permanentes Wirtschaftsförderungsbüro in Deutschland, das europäischen Unternehmen bei der
Geschäftsgründung in New Brunswick ob in Form einer Neuansiedlung, einer Partnerschaft mit existierenden Betrieben oder einer Übernahme behilflich ist.
Die Dienstleistungen der Provinz sind kostenlos.

Auf dem Tourismussektor ist New Brunswick für viele Europäer immernoch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Die Provinzregierung hat in den letzten
Jahren viel Geld für Maßnahmen zur Verbesserung der Tourismusinfrastruktur investiert. Es wurde der Bau von Ferienhaussiedlungen am Wasser und von
qualitativ höherwertigen kleineren Familienhotels gefördert und durch die Schaffung eines 6000 km umfassenden Systems verbundener Snowmobilwege
wird versucht, die bislang auf die Sommermonate beschränkte Tourismus-saison ganzjährig auszubauen. Da es in New Brunswick jedoch in geraumer Zeit
keine Hotelhochburgen geben wird, bleibt die landschaftlich liebliche Ostprovinz wohl eher Individualreisenden vorbehalten.


Die Geschichte

Europäern war New Brunswick schon seit dem frühen 15. Jahrhundert bekannt, als unerschrockene baskische Fischer ihr Gewerbe von Miscou aus bis in
den Nordosten der Provinz ausdehnten. Damals lebten Indianer vom Stamm der Malecite und Mi'Kmaq in dieser Region. Die Mi'Kmaqs waren die ersten, die
Samuel de Champlain und die Franzosen empfingen, als diese 1604 in New Brunswick an Land gingen. Die Ureinwohner unterhielten von Anfang an gute
Beziehungen zu den Franzosen. Sie waren den französischen Siedlern, den Akadiern, bei der Anpassung an das neue Land behilflich und beteiligten sich an
den französischen Angriffen auf Neuengland.

Ein Jahrhundert lang befehdeten sich Briten und Franzosen wegen des Besitzes der Region. Mal gewannen die einen, mal die anderen die Befehlsgewalt
über die Gegend, bis im Jahre 1713 Akadien im Vertrag von Utrecht an die Briten abgetreten wurde. Mit der Zeit verloren die Franzosen das Interesse an
den Akadiern. Sie wandten sich dem Neuen Frankreich zu und dem blühenden Pelzhandel.

Bis 1755 hatte England seine Vorherrschaft als Kolonialmacht etabliert. Aus Furcht, die Akadier könnten zu einem Sicherheitsrisiko werden, vertrieben die
Briten die Akadier, die keinen Treueeid auf die Britische Krone schwören wollten, fast ausnahmslos in die Vereinigten Staaten. Ihr Exil dauerte acht Jahre.
Dann kehrte ein Großteil von ihnen wieder in ihre Heimat zurück.

1783 wurde der Westteil von Nova Scotia zur Heimat von Tausenden von Loyalisten, die sich nach der amerikanischen Revolution hierher geflüchtet hatten.
Diese amerikanischen Kolonialisten wollten der Britischen Krone treu bleiben und gründeten im Nordteil der Provinz ihre Gemeinden. Diese
Masseneinwanderung von Loyalisten führte zu einr Spaltung zwischen Nova Scotia und New Brunswick. Im Juni 1784 wurde New Brunswick eine
eigenständige Provinz. Zusammen mit anderen Provinzen schloß sich New Brunswick 1867 zum Dominion of Canada zusammen.


Die Bevölkerung

1996 lebten 738.113 Menschen in New Brunswick. Als Provinz mit dem höchsten Prozentsatz (35 Prozent) an französischsprachigen Einwohnern
(außerhalb Québecs) ist New Brunswick Kanadas einzige offiziell zweisprachige Provinz.

Im Erbe der Bevölkerung von New Brunswick vermischen sich die Traditionen von Franzosen, britischen Loyalisten, Schotten und Iren mit später
hinzukommenden deutschen, skandinavischen und asiatischen Elementen. Die kleine Stadt New Denmark rühmt sich, Nordamerikas größte dänische
Kolonie zu sein.

Die indigenen Völker - vor allem Mi'Kmaq und Malecite - sind in New Brunswick mit über 12.000 Menschen vertreten.

Die meisten Bewohner leben an den Küsten der Provinz und in den Flußtälern. St. John (124.240 Einwohner) ist die größte Stadt, gefolgt von Moncton
(57.000 E.) und der Provinzhauptstadt Fredericton (46.000 E.)



© Marko Broekmann 2005



Fremdenverkehrsamt New Brunswick