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Das Land

Die Irokesen nannten dieses Land "Kanadaria"- "Glitzerndes Wasser". Ein zutreffender Name, denn Ontario grenzt im Süden an die Großen Seen und
im Norden an die Hudson Bay. Überdies besteht ein Sechstel seiner Fläche (177 390 km²) aus Seen und Flüssen.

Geologisch ist Ontario in drei Regionen aufgeteilt: In das Tiefland der Großen Seen und des St. Lorenz-Stroms, in den kanadischen Schild und in das
Tiefland der Hudson Bay. Dieses besteht aus schmalen Küstenstreifen an der Hudson Bay und der James Bay. Das Land ist feucht und mit Buschwerk
bewachsen. Der kanadische Schild, der vom übrigen Norden, vom Oberen See bis zur Hudson Bay reicht und sich bis in den Süden der Provinz erstreckt,
ist ein riesiges Felsplateau. Der spärliche Boden eignet sich nicht besonders für die weiträumige landwirtschaftliche Nutzung. Der Reichtum dieser Region
besteht aus mineralischen Vorkommen, Wäldern und Wasserkraft.

Der kanadische Schild und das Tiefland an der Hudson Bay machen zwar 90 Prozent der 1.068 580 km² großen Provinz aus, doch leben dort nur zehn
Prozent der Bevölkerung. Die Städte Nordontarios sind mit dem Bau der Eisenbahnlinie entstanden. Heute rollen die Erzeugnisse aus den Bergwerken und
den Fabriken auf Schienen und Straßen südwärts. Die weiter nördlich gelegenen Gebiete lassen sich häufig nur auf dem Luft- oder dem Wasserweg
erreichen. Die extremenen klimatischen Bedingungen des Nordens gehören hier zum Alltag. In Winisk liegen die Durchschnittstemperaturen im Juli
zwischen 12° und 15° C. Im Januar fallen sie auf -25°C.

Die fünf Großen Seen sind in Ontario die sichtbare Hinterlassenschaft der Eiszeit. Der größte von ihnen, der Obere See, ist das größte Süßwasser-Reservoir
der Welt.

Das Tiefland zwischen den Großen Seen und dem St. Lorenz-Strom bildet das letzte Drittel der Provinz. Hier lebt der größte Teil der Bevölkerung, hier sind
Industrie und Gewerbe angesiedelt, und hier liegen auch die landwirtschaftlich genutzten Regionen. Das Tiefland umfaßt das Dreieck zwischen Windsor,
Thousand Islands und dem St. Lorenz-Strom. Im südlicheren Teil Ontarios erreichen die durchschnittlichen Sommertemperaturen 22°C. Hier bilden das
gemäßigte Klima und die fruchtbaren Böden die Voraussetzungen für eine leistungsfähige Agrarindustrie. In diesem relativ kleinen Gebiet liegen mehr als
die Hälfte der ertragreichsten landwirtschaftlichen Nutzflächen Kanadas.

Mit den über vier Millionen Menschen, die in ihrem Einzugsbereich leben, ist die Provinzhauptstadt Toronto die größte Metropole Kanadas. Aus Toronto
stammt ein großer Teil der kanadischen Industriegüter. Die Stadt ist zudem Verwaltungssitz einer großen Zahl kanadischer Firmen. Ottawa, die
zweisprachige und von zwei Kulturen geprägte Hauptstadt Kanadas, liegt am Zusammenfluß der drei Flüsse Gatineau, Rideau und Ottawa.


Die Geschichte

Vor mehr als 10 000 Jahren, im Verlauf der letzten Eiszeit, kamen die ersten Menschen nach Ontario. Auf die Nachkommen dieser ersten Einwanderer,
die Indianernationen der Irokesen und der Algonquin, trafen im 17. Jahrhundert die Europäer. 1610 segelte Henry Hudson in die große Bucht, die heute
seinen Namen trägt und erreichte das Ufer des heutigen Ontario. Im südlichen Teil der Provinz machten 1613 Samuel de Champlain und Étienne Brûlé
erste Bekanntschaft mit den indigenen Völkern.

1774 herrschten die Briten über Südontario, den Teil der britischen Kolonie Québec. Durch das Verfassungsgesetz von 1791 wurde "Québec" in zwei Teile
geteilt. Ontario wurde in Upper Canada (Oberkanada) umbenannt. Dies war angesichts des großen Zustroms von Loyalisten, die nach der Amerikanischen
Revolution geflohen waren, notwendig geworden.

1840 wurden Upper und Lower Canada (Unterkanada) im Rahmen des Unionsgesetzes wiedervereint. Sie erhielten nun den Namen Kanada. Die beiden
Regionen West- und Ostkanada beteiligten sich 1864 an der Konföderationsdebatte. Als das Domionion of Canada im Jahre 1867 gegründet wurde, teilten
sie sich in die Provinzen Ontario und Québec.


Die Bevölkerung

Von 1779 an strömten Engländer, Schotten und Iren in mehreren Einwanderungswellen ins Land. Sie zogen am St. Lorenz-Strom landeinwärts und siedelten
sich an. Auch heute noch ist der Zuzug von Einwanderern für Ontario wichtig. Hier leben Menschen italienischer, deutscher, chinesischer, holländischer,
portugiesischer, indischer und polnischer Herkunft sowie Einwanderer aus der Karibik.

1991 lebten in Ontario fast 250 00 Menschen, die von den indigenen Völkern der Indianer, Métis und Inuit abstammten.

Mit seinen fast elf Millionen Bewohnern ist Ontario die kanadische Provinz mit der größten Bevölkerung. Englisch ist hier zwar die Amtssprache, doch
der französischsprachige Teil der Bevölkerung leistet als größte sprachliche Minorität einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der Provinz.
In Regionen mit einem größeren frankophonen Bevölkerungsteil bietet die Provinzregierung ihre Dienste in Ämtern und an anderen offiziellen Stellen auch
in französischer Sprache an.


Die Wirtschaft

Als produktivste Provinz Kanadas erwirtschaftet Ontario mehr als 40 Prozent des kanadischen Brutto-Inlandsproduktes. An der Spitze steht dabei die
verarbeitende Industrie mit einem Umsatz (1992) von 85 Milliarden Dollar. Ontario bietet zahlreiche Standortvorteile, so etwa seinen Reichtum an
Bodenschätzen und anderen Naturressourcen, ein modernes Verkehrsnetz, ein umfassendes Potential an hochqualifizierten Arbeitskräften, eine
zuverlässige und relativ preiswerte Stromversorgung sowie die Nähe zu den Absatzmärkten der Vereinigten Staaten. Produkte aus Ontario können in
weniger als einem Tag 120 Millionen US-amerikanische Verbraucher erreichen.

Die Automobilproduktion ist für Ontario wichtigster Industriezweig wie führender Exportsektor. Sie schafft Arbeitsplätze für 110.000 Menschen und macht
43 Prozent der Provinzexporte aus.

Der Bergbau hat für die wirtschaftliche Entwicklung Ontarios seit jeher eine wichtige Rolle gespielt. Durch die Förderung von Gold, Nickel, Kupfer, Uran und
Zink werden Umsätze in Milliarden-Dollar-Höhe erzielt.

In zahlreichen Städten der Provinz gibt es zumindest ein Unternehmen, das mit der Holzwirtschaft zu tun hat. Die Provinzregierung besitzt 87 Prozent der
Wälder Ontarios. Die Holzwirtschaft hat einen Anteil von 5,8 Prozent am Gesamtexport der Provinz.

Auch das Finanz- und Bankwesen leistet einen entscheidenden Beitrag zu Ontarios wirtschaftlicher Prosperität. Toronto ist der fünftgrößte Kapitalmarkt der
Welt. Seine Börse ist - gemessen am Umsatzvolumen - die zweitgrößte Nordamerikas und wertmäßig der drittgrößte nordamerikanische Börsenplatz.

An dritter Stelle der Wirtschaft Ontarios rangiert der Tourismus. 1990 brachten die Touristen mehr als 9,5 Milliarden Dollar nach Ontario. Insgesamt
verzeichnete die Tourismusbranche der Provinz Einnahmen in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar und einen Beschäftigungsstand von 320.000 Personen.


© Marko Broekmann 2005



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