Quebec

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Das Land

Québec grenzt an Ontario, New Brunswick, Labrador (den Hauptteil der Provinz Newfoundland) sowie an die Vereinigten Staaten. Mit einer Fläche von
1 540 680 km² ist Québec Kanadas größte Provinz, mehr als viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Québec ist fast überall von Wasser
umgeben: im Norden von der Hudson Strait, im Süden vom St. Lorenz-Strom und St. Lorenz-Golf, im Westen von der James Bay und der Hudson Bay.

Von Norden nach Süden ist Québec in drei geographische Regionen unterteilt: den kanadischen Schild, das St. Lorenz-Tiefland und das
Appalachen-Gebirge. Der kanadische Schild, der älteste Gebirgszug der Welt, nimmt 60 Prozent der Landfläche Québecs ein. Er erstreckt sich von
der kanadischen Arktis bis zu den Laurentinischen Bergen. In seinem nördlichen Teil herrscht Dauerfrost; hier wachsen nur Krüppelbirken und Flechten.

Der St. Lorenz-Strom beherrscht das geographische Bild der Provinz. Er verbindet den Atlantik mit den Großen Seen. Im St. Lorenz-Tiefland gibt es über
eine Million Seen und Wasserläufe. Die Wälder Québecs sind so groß wie die von Schweden und Norwegen zusammengenommen.

Im Süden bildet das Vorgebirge der Appalachen die Grenze zu den USA. Nahezu 80 Prozent der Québecker Bevölkerung leben in städtischen
Einzugsgebieten entlang des St. Lorenz-Stroms. In Montréal und seinen Vororten leben mehr als drei Millionen Menschen. Québec City (645.550 E.)
ist die Hauptstadt der Provinz.


Die Geschichte

Der Name "Québec" entstammt der Sprache der Algonquin-Indianer und bedeutet "enge Durchfahrt" oder Meerenge. Gemeint war damit ursprünglich das
enge Flußbett des St. Lorenz-Stroms an der Stelle, an der heute Québec City liegt. Anfangs lebten Algonquin-Indianer und Irokesen im Gebiet des heutigen
Québecs. Im Norden leben bis heute Inuit.

Die Geschichte der europäischen Besiedlung Québecs begann 1534 mit der Ankunft des französischen Forschungsreisenden Jacques Cartier. Die folgende
Zeit war gekennzeichnet von der Etablierung eines blühenden Pelzhandels, von den relativ freundschaftlichen Beziehungen der Europäer zur einheimischen
Urbevölkerung und von der ständigen Rivalität zwischen französischen und britischen Siedlern.

Québec City wurde 1608 gegründet und wurde die Hauptstadt von Neu-Frankreich. In der Zeit der französischen Herrschaft war die befestigte Stadt ein
bedeutendes Handelszentrum. Québec City gilt heute als die Wiege der französischen Zivilisation in Amerika. Die UNESCO ernannte die Stadt 1985 zum
Weltkulturerbe.

Die Rivalität zwischen Franzosen und Briten in Nordamerika gipfelte im Siebenjährigen Krieg, in dessen Verlauf Québec City 1759 von den britischen
Streitkräften eingenommen wurde. Im Vertrag von Paris von 1763 wurde Neu-Frankreich eine britische Kolonie. Erst im "Québec Act" von 1774 wurden
das französische Zivilrecht von den Briten anerkannt, die Religionsfreiheit garantiert und der Gebrauch der französischen Sprache erlaubt.
Wegen des starken Zustroms von Loyalisten, die britische Untertanen bleiben wollten und sich deshalb nach der Amerikanischen Revolution in den Westen
von Québec gefüchtet und hier niedergelassen hatten, wurde die Kolonie 1791 in Oberkanada (heute Ontario) und Unterkanada (Québec) geteilt. Nachdem
es in beiden Regionen zu Aufständen gekommen war, wurden sie 1837 durch das Gesetz der Union wiedervereint und 1840 zur Provinz Kanada. 1867
gehörte Québec zu den Gründungsmitgliedern des neuen Dominion of Canada.

Historisch gesehen war die Gesellschaft Québecs mit ihren ländlichen und katholischen Wurzeln konservativ-bäuerlich. Doch die zweite industrielle
Revolution brachte der Provinz in den Jahren zwischen 1920 bis 1940 auch eine zunehmende Urbanisierung und einen höherer Lebensstandard.

Anfang der 60er Jahre begann für Québec eine neue Zeit des Übergangs: die sogenannte "Stille Revolution", mit raschen Wirtschaftsaufschwung,
gestärktem kulturellen Selbstbewußtsein und einer Umgestaltung der öffentlichen Einrichtungen, die sich auf die gesellschaftlichen Veränderungen einstellten.

Mit dieser Stillen Revolution begann auch eine Zeit neuer politischer Spannungen, denn die Provinz bemühte sich um mehr Einfluß auf ihre Wirtschaft und
die öffentlichen Institutionen.

1980 wurde in Québec eine Volksabstimmung durchgeführt, in der es um Verhandlungen mit Kanada über die Souveränität der Provinz ging. Die
Mehrheit der Québecker lehnte derartige Souveränitätsbestrebungen ab. 1995 wurde ein zweites Referendum durchgeführt, welches zum gleichen Resultat
führte.

Knapp einen Monat später, am 30. Oktober 1995, verabschiedete das kanadische Parlament eine Resolution, in der es Québecs Status als eine
besondere Gesellschaft ("distinct society") anerkannte.

Das Überleben des "französischen Charakters" war in der Geschichte Québecs schon immer ein zentrales Anliegen der Québecker. Es ist gerade dieser
Aspekt, der Québecs besonderen Platz in der kanadischen Konföderation widerspiegelt und der viel zum kanadischen Charakteristikum der
Zweisprachigkeit und der kulturellen Vielfalt beigetragen hat.

Im August 1998 entschied Kanadas Oberster Gerichtshof einmütig, daß weder kanadisches noch internationales Recht es der Provinz Québec erlauben
würde, sich einseitig vom übrigen Kanada zu trennen. Falls sich aber eine klare Mehrheit der Québecker Bevölkerung für die Unabhängigkeit ausspreche,
seien Bundesregierung und Provinzen dazu verpflichtet, mit Québec über die Sezession zu verhandeln.


Die Bevölkerung

Von den rund sieben Millionen Québeckern sind mehr als fünf Millionen französischen Ursprungs. 350.000 sind britischer Herkunft, 137.000 stammen von
den indigenen Völkern der Mohawk, Cree, Montagnais, Algonquin, Attikamek, Mi'Kmaq, Huron, Abenaki und Naskapi sowie von Métis und Inuit ab.

Traditionell bildeten Italiener und Osteuropäer die größten Gruppen von Einwanderern. Doch seit den 60er Jahren kommen Québecs Neubürger auch in
großer Zahl aus Portugal, Haiti, dem Libanon sowie aus Südamerika und aus Südostasien. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind mehr als
650.000 Menschen aus über 80 Ländern nach Québec, insbesondere nach Montréal, eingewandert. 83 Prozent der Québecker sprechen Französisch.
Englisch ist die Muttersprache von rund zehn Prozent der Bevölkerung Québecs.


Die Wirtschaft

Der hohe Grad seiner Industrialisierung und eine relativ starke Diversifizierung tragen zur leistungsfähigen und vielversprechenden Wirtschaft Québecs bei.
Die Provinz verfügt über reiche Naturressourcen und Energiequellen. Ihre Landwirtschaft hat sich ebenso günstig entwickelt wie ihre Industrie und ihr
Dienstleistungssektor. Québecs dynamisches Unternehmertum hat das wirtschaftliche Potential der Provinz genutzt und produziert ein breites Spektrum
von Exportgütern, darunter Verkehrsüberwachungsanlagen, Computer-Software, U-Bahnzüge, Hubschrauber, Flugzeuge, CDs, Klimaanlagen und
Spielzeug.

Das Wirtschaftszentrum der Provinz ist Montréal. In der Metropole haben sich - besonders in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Telekommunikation,
Energie, Transport und in der Pharmaindustrie - wettbewerbsfähige Unternehmen angesiedelt.

Québec exportiert 40 Prozent seiner Güter, vor allem aus der holzverarbeitenden Industrie (Zeitungspapier, Bauholz und Papier), aus dem Bergbau
(Aluminium und Eisenerz) und aus dem Transportsektor. Zu den Exportgütern der Provinz gehören überdies Elektrizität, technisches Know-how,
elektronische Produkte und Telekommunikationsanlagen. Die Auslandsexporte machen mittlerweile 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Provinz
aus.


© Marko Broekmann 2005



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