Zeitungsberichte

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In dieser Rubrik können Sie soweit bekannt, alle aktuellen in der Zeitung erschienen Berichte aus Kanada nachlesen.

Wir wünschen gute Unterhaltung !!!





1.) Reisemarkt des Weser Kurier Bremen vom 27.09.03 (Autor Christian Nowak) © 2003


Auf Eisbärensafari an der Hudson Bay

Kanada für Abenteurer: Jedes Jahr im Oktober kommen die weißen Raubtiere in den kleinen Ort Churchill

Suchscheinwerfer erhellen die eiskalte Nacht, geistern durch die Dunkelheit, dunkelrote Leuchtkugeln zischen durch den Himmel.
Wieder einmal ist die Eisbärenpolizei auf der suche nach einem Bären, der sich nicht an die Spielregeln hält.
Diesmal war es wohl falscher Alarm oder der König der Arktis hat sich rechtzeitig in die Finsternis der unendlichen Tundra abgesetzt.
Am nächsten Morgen laufen die Menschen dick vermummt durch die Strassen von Churchill am südwestlichen Ufer der Hudson Bay
im Nordosten Kanadas. Sie machen wie immer Ihre Einkäufe oder besuchen Freunde. Nichts deutet darauf hin, dass hinter den letzten
Häusern das reich der Polarbären beginnt. Nur die vielen Giftgrünen Schilder mit der Aufschrift Polar Bear Alert warnen davor, die Stadt
zu Fuß zu verlassen.

Vorsicht Bärenfalle

Auch die Bären fallen hinter dem Gemeindezentrum lassen vermuten, dass ab und an ein Bär vorbeischaut. Eigentlich sind Eisbären gar
nicht an den Menschen interessiert, doch Ihr Instinkt treibt sie dorthin, wo die Hudson Bay am ehesten zufriert. Nach der sommerlichen Nulldiät
wollen sie so schnell wie möglich aufs eis, um Robben zu schlagen.

Mittlerweile haben sich die Anwohner von Churchill mit Ihren Bären arrangiert und sind stolz auf die Touristen, die Abwechslung in den kleinen Ort
am Rande der Welt bringen. Für Ausflüge ins Bärenland stehen robuste Tundra-Buggys bereit. Sie haben riesige Reifen und in etwa zwei
Metern über der Erde eine Kabine, die Platz für ungefähr 10 Personen bietet.

Schon wenige Meter außerhalb des Ortes trottet tatsächlich ein gewaltiger Bär mit hängendem Kopf vorbei, dann taucht ein Muttertier mit zwei
jungen im Schlepptau auf. Gemächlich schlurfen auch Sie durch die Winterlandschaft, doch dann zieht der Tundra-Buggy die kleine Bärenkarawane
magisch an.

Den Kopf erhoben, die Nase im Wind, kommen sie langsam näher. Erst werden die riesigen Reifen inspiziert, dann richtet sich die Bärenmutter
zur vollen Größe auf und schaut den Insassen, die in sicherer Höhe in Ihrer Kabine sitzen, direkt in die Augen.

Einzelne Bären ziehen gemächlich durch die weiße Tundra, andere liegen im Schnee und verschlafen den tag. Ein junges Männchen fordert
einen der Faulenzer heraus, zunächst nur zu einem Tatzengeplänkel und einer spielerischen Beißerei. Dann richten sich beide Eisbären auf,
stehen einige Sekunden regungslos auf den Hinterbeinen und verhaken sich mit den Vorderpfoten ineinander.

Gefährliche Begegnungen

Jeder drückt, schiebt und stößt aus Leibeskräften und versucht, den Kontrahenten zu beißen. Die schweren Tiere bewegen sich wie in Zeitlupe,
trotzdem atmen sie laut und Keuchen vor Anstrengung. Nach einigen Sekunden lassen sie sich, immer noch ineinander verkeilt, in den Schnee
sinken.

Als Churchill noch aus einer handvoll Hütten bestand, gab es kaum Probleme mit den Bären. Während der sechs gefährlichen Wochen im Herbst,
während die Bären rund um den auf das zufrieren der Hudson Bay warten, arrangierten sich die Menschen mit den Tieren, bedrohliche Begegnungen
wahren selten.

Erst als der Ort immer größer wurde, immer mehr Stadtmenschen in die Wildnis zogen und der Eisbärentourismus in Schwung kam, nahmen die
Probleme zu. Besonders die wachsenden Müllberge vor den Toren der Stadt waren eine unwiderstehliche Attraktion für die ausgehungerten Tiere.
Aus dem Majestätischen König der Arktis mit dem seidig glänzendem Fell wurde ein völlig verdreckter Stadtneurotiker, der in brennenden
Abfallhaufen herumstöberte. Die Zwischenfälle häuften sich, und Polarbären, die seelenruhig durch die Straßen von Churchill trotteten, waren
nichts Außergewöhnliches. Doch immer griffen Sie auch Menschen an, manchmal töteten sie sie sogar.

Bärenpolizei hilft

Da die Bewohner nicht auf den einträglichen Eisbärentourismus verzichten wollten, musste folglich das Zusammenleben von Bären und Menschen
organisiert werden. Das klappte auch ganz gut. Diesen nicht gerade einfachen Job erledigt die mittlerweile sehr effiziente Eisbärenpolizei, die
eine 20 Kilometer breite Sicherheitszone um das Stadtgebiet kontrolliert.

Ein engmaschiges Netz von Bärenfallen, Fußschlingen und größeren Wellblechröhren mit Seehundködern, hält fast alle Eisbären von der Stadt fern.
Sitzt ein Tier in der Falle, wird es betäubt und landet im Eisbärengefängnis. Damit die Übeltäter nicht wieder für Probleme sorgen, werden sie in
ein großes Netz gepackt und mit einem Hubschrauber rund hundert Kilometer nach Norden geflogen.

Auskunft: Der Canada Reise Dienst Hamburg, Telefon 040 30061670, Email: info@crd.de, Internet: www.crd.de, organisiert Eisbärensafaris von Winnipeg aus.

Canada Travelhouse



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2.) Reisemarkt des Weser Kurier Bremen vom 13.09.2003 (Autor Werner Maaß) © 2003

Und manchmal steppt am Ufer der Bär

15 Stunden nordamerikanische Inselwelt: Eine Fahrt durch die Inside Passage nach Vancouver Island

Der Titel erscheint durchaus angemessen. Die schönste Fährpassage der Welt soll Sie sein, die Inside Passage. 15 Stunden dauert der Trip durch
die zerklüftete Inselwelt der nordamerikanischen Pazifikküste von Prince Ruppert nach Port Hardy auf Vancouver Island. 15 Stunden spektakuläre
Kontraste mitten in der Welt der Orcas, Bären und Weißkopfseeadler.

Minuten vor dem Ablegen entert noch die bärtige Gang vom Kane Motorradclub aus Calgary auf Ihren Harleys den Dampfer. Dann fällt der Startschuss,
pünktlich um 07:30 Uhr. Noch hängt die kanadische Fahne mit dem Ahornblatt am Heck schlaff und lustlos herunter. Prince Ruppert auf Kaien Island
ist noch behutsam in dichtem Nebel gepackt. Doch die Sonne lässt nicht lange auf sich warten – Kaiserwetter.

Das ist längst nicht immer so auf der Inside Passage. Viele bezeichnen die Gegend auch als eine riesige Waschküche. Moderate Temperaturen
im Sommer wie im Winter – aber oftmals eben diesig bis nebelig.
Doch auch dann hat die Inside Passage durchaus Ihre Reize. Prince Ruppert verschwindet langsam am Horizont. Eine Stadt, die fest in der Hand
von Indianern ist. Totempfähle überall, kunterbunt und in allen Variationen.

Die meisten sind verziert mit dem Heilbutt und dem Donnervogel, Symbolen der Entstehungsgeschichte vieler Indianerstämme. Prince Ruppert hat
sich im Laufe der Jahre mächtig herausgeputzt und gehört mit seinen 16000 Einwohnern zu den größeren Städten im Norden von British Columbia.
Übrigens, die kanadische Provinz allein ist drei Mal so groß wie Deutschland.

Vorbei am kleinen Ort Oona River geht es in den Greenville Channel, eine 70 Kilometer lange spektakuläre Passage, für die das Schiff rund 2 Stunden
benötigt. An den Ufern steigen Berge bis weit über 1000 Meter auf – gegen Ende des Sommers ein Farbenspiel von kräftigem Gelb bis tiefem Rot.
Gerade einmal 400 Meter breit ist der Greenville Channel an einigen stellen. Wer ein wenig Glück hat, entdeckt mit bloßem Auge einen
Schwarzbären am Ufer. Oder einen Elch, der gerade durch den Kanal schwimmt. Oder aber einen der seltenen Keremodiebären, die nur in dieser Gegend anzufinden sind.

Der Kapitän könnte die offenere Route durch den Squally Channel und den Laredo Channel nehmen, doch er entschließt sich für die schönere Variante.
Es geht weiter durch schmale Passagen entlang der Leuchttürme, die für viele Schiffs-Navigatoren schon oft die letzte Rettung wahren.
Zu den schönsten Leuchtfeuern zählt Boat Bluff mit seinem mehr als 30 Kilometer weit zu sehenden Licht.

Bei Butedale geht der Kapitän auf langsame Fahrt. Zu sehen ist eine der vielen Konservendosenfabriken dieser Gegend, von der aus der Lachs in
die ganze Welt verschifft wurde.

Die Fabriken sind längst geschlossen, Butedale ist zur Geisterstadt verkommen. Einzig der schöne Wasserfall ist geblieben.

Kurz darauf geht es in den offenen Milbanke Sound. Kleine und mittlere Schiffe warten bei Sturm respektvoll ab, bis sich das Wetter beruhigt hat,
erst dann wird der Milbanke Sound passiert.

Für den Kapitän der „Queen of the North“ stellt sich diese frage nicht. Der 124 Meter lange Dampfer ist deutsche Wertarbeit, made in Bremerhaven.
Ursprünglich fuhr das Schiff unter dem Namen „Stena Danica“ zwischen Stockholm und Kopenhagen in erheblich raueren Gewässern, nun unter
der Flagge von BC-Ferries an der Pazifikküste.

Mit einem zufriedenen Kapitän, für den zumindest im Sommer jeder Arbeitstag ein Ferientag ist. „Vielleicht ist in der Karibik das Wetter zumeist
angenehmer, dafür ist hier die Landschaft umso fantastischer.“ Der Seemann gerät geradezu ins schwärmen, wenn er von den Orcas erzählt, die
oftmals die „Queen of the North“ begleiten und nicht selten mit Ihren meterhohen Sprüngen spektakuläre Shows veranstalten. Wie im riesigen
See-Aquarium, nur eben in freier Wildbahn.

Es geht weiter durch enge Passagen. Kurz hinter Bella Bella erreicht die Wasserstraße gerade mal Flussbreite. Die Sonne scheint unverändert heiß,
doch es geht langsam gegen Abend. Die letzten zweieinhalb Stunden Fährfahrt sind ungeschützt, offener Pazifik. Die Crew legt überall Tüten aus,
doch zu mehr als ein bisschen Schaukelei reicht es nicht.

Port Hardy auf Vancouver Island erscheint in der Dämmerung. 15 Stunden an Deck der „Queen of the North“ gehen zu Ende. Mit der Gewissheit:
Die Inside Passage ist eine der schönsten, wenn nicht die schönste Fährpassage der Welt. Nicht nur für den Kapitän.

Informationen.:
durch Klick auf unsere Reisebausteine, oder BC-Ferries, 1112 Fort Street Victoria, BC., V8V 4V2, Telefon 001 250 3863431. Im Internet unter


Queen of North

BC - Ferries



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Weitere Berichte folgen !!!





© Marko Broekmann



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